Tja, ich fürchte, ich habe Horst geheiratet. Nicht nur das, ich bin selber gerne Horst (dabei heißt eigentlich unser Auto Horst). Unser ganzes Leben ist ein Musical und das nicht erst seit dem unsere Kleine auf der Welt ist. Wir singen eben gerne. Auch in der Öffentlichkeit, im Auto, im Zug, an der Supermarktkasse. Gib uns ein Wort und wir kennen ein Lied dazu. Jemand muss im Auto hinten sitzen? Da klingelt sofort Rolf Zukowski an der Tür.
Aber nicht nur bekannte, „richtige“ Lieder, werden spontan zum besten gegeben, es werden ständig neue erfunden. Der Affenpapa sang unserer Tochter früher zum Beispiel seinen Tag, wenn er nach Hause kam vor. Klar, er könnte ihr es auch einfach nur erzählen. Aber so Meetings und Agenturabläufe können für ein Baby gesprochen ziemlich langweilig sein (nicht immer nur für ein Baby…). Gesungen, mit der entsprechenden Dramatik an den richtigen Stellen, ward es für alle zur Abendvorstellung. Das Kind hatte jedenfalls Spaß und ich war auch auf dem Laufenden.
Es macht so einen Spaß zu singen und Quatsch zu machen. Und jetzt mit Kind hat man auch eine adäquate Ausrede es pausenlos zu machen. Warum das einige eher als Last und Bürde ansehen, verstehe ich nicht. Eine Mutter, die im selben Kurs war wie ich, meinte mal „Wenn ich dann singe, beruhigt sie sich und lacht wieder. Aber ich mache mich doch nicht zum Horst? Bin ich 5 oder was?“ Ähm… sorry, aber das ist doch unser Job. Oder nicht?!

Kinder lieben Musik! Singen, Geräusche, Klänge, dazu vielleicht noch Gebärden, Gesten, Mimik, … Das ist doch der HIT! Nicht nur zur Unterhaltung, sie lernen so unsere Sprache kennen, Wörter, verbinden Emotionen mit Gesprochenem. All das ist Sprachförderung pur!

Wir haben von Anfang an gesungen. Und zwar alles. Vom Wiegenlied über uralte Kinderlieder bis hin zu Fußballgesängen, es war und ist immer noch alles dabei. Das Ergebnis: ein total Musik begeistertes Kind, was nun selbst sagt, wann es Musik hören möchte oder auch schon mal „Papa, genug gepuzzelt. Ich mache nun Musik.“ und sich die Mundharmonika greift. Sie sang schon vor ihrem zweiten Geburtstag eigenständig und fast vollständig Lieder. Und das auch überall – im Auto, im Zug, an der Supermarktkasse.

Also wer ist hier nun ein Horst?

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