Nach der Geburt unserer Tochter hatten wir ein „Kompetenzteam“: die Hebamme, klar, drei Freundinnen, die auch stillten, im Familienbett schlafen, tragen und z.T. mit Stoff wickelten. Und Inge. Erst hieß es noch „Schau mal, was Frau Stadelmann dazu schreibt.“, wenn eine Frage auftauchte oder wir uns unsicher mit etwas waren. Ziemlich schnell sagten wir aber auch nur noch „Lies mal bei Ingeborg nach.“ und zack waren wir schon so richtig eng miteinander und redeten nur noch von Inge.
Dabei starteten wir doch etwas desinteressiert… denn meine liebe Freundin lieh mir das Buch schon in der Schwangerschaft. Ehrlich gesagt, habe ich nie rein geschaut („Da sind ja gar keine Bilder drin?!“). Erst als ich am Bus saß auf dem Weg zu ihr, um ihr das Buch wieder zu bringen, blätterte ich darin…

Inge… und zack habe ich mich festgelesen und dachte, Mist, ich muss es nun zurück geben. Kurz vor der Geburt konnte ich es von einer anderen Freundin noch mal ausleihen und ärgerte mich immer mehr, dass ich da nicht doch mal vorher reingeschaut habe!
Das Buch ist in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eingeteilt. Die drei großen Abschnitte sind aber in viele kleine unterteilt, so findet man eigentlich im Inhaltsverzeichnis schon schnell, was man sucht.
Was ich von Anfang an toll fand, waren die Tipps und Hinweise zu konkreten Beschwerden von Mutter und Kind. Und zwar immer homöopathische Mittel und ätherische Öle. Ehrlich gesagt war ich auch hier wieder skeptisch. Jaja, eigene Produkte im eigenen Buch propagieren, würde ich ja auch so machen. Ob das wirklich hilft? Wie soll mir denn ein Öl, auch wenn es noch so gut riecht, helfen? Tja, ähm, was soll ich sagen. Wir haben das Glück das unsere Lieblingsapotheke alles nach Stadelmann herstellen kann und darf und sind immer gut eingedeckt mit Produkten wie dem Thymian-Myrte-Balsam bei Husten, dem Erkältungsduft wärmend für die Duftlampe und aktuell auch das Wochenbett-Bauchöl. Aber auch Tee-Mischungen, Salben, Tropfen, Öle zum riechen und einreiben – alles probiert und für super befunden!

In der ersten Schwangerschaft trank ich zwei Packen von ihrem Schwangerschaftstee. Ich hatte kaum Wassereinlagerungen, kaum Übelkeit, kein Sodbrennen, keine Venenprobleme (trotz Vorbelastung), geregelte Verdauung, super Eisenwerte, … Klar, ich kann leider keinen Gegentest machen, was wäre ohne den Tee gewesen. Aber ich schwöre wirklich auf ihn! In der zweiten Schwangerschaft kam vielleicht der Gegentest – denn Baby zwei mochte keinen Tee, egal welchen. Ich hatte Verdauungsprobleme, ständig Zucker im Urin, obwohl ich kaum Süßes aß, Übelkeit und Sodbrennen wurden zu meinen Begleiterin, Wasser in den Füßen und Händen. Naja, lierumlarum – Tee tut nicht weh und wenn man ihn trinken kann, würde ich es immer wieder tun und verschenke ihn gerne an schwangere Freundinnen.

Ingeborg Stadelmann ist seit 1976 Hebamme, begleitet nicht nur Schwangere und Familien vor, während und nach der Geburt, sie ist auch Verlegerin, Referentin und Expertin für Aromatherapie.

Man muss nicht alles machen, was sie vorschlägt oder gut finden. Darum geht es ihr (glaub ich) auch gar nicht. Oft sind es eben Denkanstöße „Ah, so kann man es auch machen…“ oder einfach nur mal eine andere Sicht der Dinge.
Wir jedenfalls haben uns oft wieder gefunden in ihren Worten, bestätigt gefühlt und haben gute Tipps bekommen. Auch jetzt im zweiten Wochenbett begleitet sie uns wieder. Nicht ganz so häufig, wie im ersten, aber sie ist wieder mit dabei.
Auch bei Stillberatungen verweise ich gerne auf sie oder schaue was nach. Irgendeinen guten Hinweis finde ich immer und sei es eine gute Beispielgeschichte, die sie erzählt.

Seit dem gehört sie zu meinen Stadard Empfehlungen, wenn mich jemand nach sinnvollen Ratgebern rund um Schwangerschaft und Geburt fragt. Im Grunde gibt es für mich auch nur drei sinnvolle Ratgeber. Alle anderen empfehle ich entweder individuell oder viele leider als Badewannenlektüre. Denn jeder hat einen anderen Bedarf, andere Fragen. Wenn ich mit alternativen Heilmethoden und Hausgeburt nichts anfangen kann, werde ich Inge eher skeptisch bis gar nicht lesen. Wenn ich absolut sicher bin stillen zu wollen und mich vorher umfangreich für meine Brüste interessiere, lese ich Frau Lohtrop.

Ich lese gerne und viel. Auch gerne Ratgeber. Da ich mich aber auch gut distanzieren kann, fällt es mir leicht diese auch nur als Angebot und nicht als die einzig gültige Wahrheit anzunehmen. Da habe ich leider schon oft den Fall in Beratungen erlebt, dass unsichere Eltern sagten „Aber das stand da so drin.“ Jaja, klar, steht das irgendwo so drin. Aber ich rate immer dazu, zu überlegen: Passt das zu mir? Zu uns? Zu unserem Kind? Zu dieser oder jener Situation? Was kann ich davon gut annehmen und würde es gerne ausprobieren, was eher nicht und was kann ich vielleicht auch abwandeln?

Welche Ratgeber habt Ihr gelesen und könnt sie guten Gewissens empfehlen?

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