In der ersten Schwangerschaft las ich ein Buch, in dem die Idee von windelfreien Babys erzählt wurde. Hm ja, ähm, wie soll das denn gehen, dachte ich damals. Aber interessant… muss ich mal mehr drüber lesen. Und zack – vergessen. Dann war das kleine m geboren, von windelfrei war erst mal nicht die Rede. Dann besuchte ich eine Freundin in Bonn und kam an einem windelfrei Infostand vorbei. Erster Gedanke – krass wozu es alles Infostände gibt… dabei ein wirklich nettes Gespräch geführt und mit dem Gedanken nach Hause gefahren das doch mal auszuprobieren.

Gedacht, getan. Unsere Große war nie ganz windelfrei, aber wir besorgten uns so ein kleines Töpfchen (damals gab es nur diese Version, mittlerweile gibt es super viele verschiedene und ich würde auch ein anderes wählen) und dann ging es los. Ziemlich schnell hatte ich raus, wann sie muss. Es ist ja auch so logisch. Die Babys sagen uns ja auch wann sie Hunger haben, Schlaf brauchen und eigentlich weiß jede Mami auch, wann das Kind mal muss. Nur lassen wir es dann in die Windel gehen und wickeln. Wir haben sie dann einfach aufs Töpfchen gesetzt und haben eine Windel gespart.

Leider war ich nie cool genug ihr auch keine Windeln mehr anzuziehen. Sie hatte immer eine an. Oft blieb sie trocken, manchmal aber auch nicht. Große Geschäfte gingen ziemlich sicher ins Töpfchen, das sparte das Auswaschen der Stoffwindeln. Total praktisch! Pipi ging nicht immer ins Töpfchen, aber gut. Ich wusste trotzdem ziemlich gut über die Ausscheidungen meiner Tochter Bescheid. Wusste ob ein oder zwei Pipi in die Windel gingen, auch ein Vorteil bei Stoffwindeln. Ich finde das sieht man dort besser und hat ein Gefühl dafür, wie viel drin ist.

Bis sie fast ein jahr alt war haben wir mit Stoff tags wie nachts gewickelt. Dann langsam gingen wir nachts zu Papierwindeln über. Die Pipimenge wurde so enorm und sie bewegte sich so viel nachts, dass keine Stoffwindel hielt. Irgendwann konnten wir auch tagsüber kaum noch mit Stoff wickeln, weil sie sich immer mehr sträubte. Nachdem sie nicht mehr auf das kleine Töpfchen passte, hielten wir sie über der Toilette ab. Das klappte prima, vor allem auch unterwegs.

Tja, dann kam irgendwann die Verweigerung beim Abhalten. Sie wollte nicht mehr in diese Position. Auch alles andere passte ihr nicht. Dafür sagte sie dann plötzlich vor ihrem zweiten Geburtstag ziemlich Treffsicher wann sie musste und ging aufs Klo. Wir haben uns für einen integrierten Klo-Kinder-Sitz entschieden. Vor allem abends klappte der Toilettengang prima.
Als sie jedoch in allen anderen Bereichen Schippe um Schippe drauf legte, geriet die Toilette wieder in Vergessenheit. Jetzt im Sommer war sie tagsüber fast nur windelfrei, zwar nie auf dem Klo, aber sagte Pipi super an und suchte sich eine ruhige Gartenecke. Mal sehen wie die Geschichte nun weiter geht…

Und bei Kind Nummer zwei ist es nun wieder so. Wir sind nicht kompletto windelfrei, benutzen aber manchmal den ganzen Tag die selbe Windel, manchmal auch nachts. Echt irre. Große Geschäfte gehen nur ins Töpfchen (außer wir sind unterwegs und nicht schnell genug, um einen Platz zum Abhalten zu finden). Ich bin über jede gesparte Windel froh, aber wir wollen einfach kein Dogma draus machen und uns stressen. Wichtig ist uns die Kommunikation. Wenn ich nämlich gerade der großen das gesicht von Stempelfarbe befreie, merke, dass der Kleine muss, sage ich ihm das auch, dass ich ihn wahrnehme, mich beeile, er aber auch eine Windel an hat und zur Not einfach los pullern kann. Manchmal ist die Windel dann echt noch trocken, wenn ich zu ihm komme! Dann beeile ich mich und zack – alles ins Töpfchen! Diese Momente bestätigen mich, dass es eben auch in Teilzeit funktioniert!

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